Die Entstehung des Hellebardiers

 

Recherchen

Auf die Anfrage in der Gardekanzlei, wo Bildmaterial zu finden sei, bekam ich die Adresse von Herrn Linus Meier Exgardist aus Beromünster. Da dies nur eine halbe Stunde entfernt war, besuchte ich Herrn Meier gleich am nächsten Tag. Es zeigte sich, dass es zwar einige Souvenirfiguren in kleineren Ausführungen gibt, künstlerische Skulpturen von Schweizergardisten, die dem Wert der Schweizergarde entsprächen, jedoch nicht. Sehr interessiert verfolgte ich die fachkundigen Informationen von Herrn Meier. Auf der Heimfahrt besorgte ich mir gleich die Neuerscheinung „ Die Päpstliche Schweizergarde“ von Dr. Robert Walpen.

 

Modell

Um eine detaillierte Figur aus Holz zu fertigen, benötige ich ein Modell. Ein solches gibt es nicht, folglich muss ich eines herstellen. Ich entschied mich, dies mit Plastilin zu modellieren und zwar in Originalgrösse, das heisst in der Grösse, wie die Holzskulptur sein soll. Mit modellieren und wiederholter Studie der mir fremden Materie entstand nach 2 Wochen Arbeit das blaue Modell. Damit es formstabil wurde, habe ich es in Gips gegossen. Was wiederum fast eine Woche höchste Konzentrationsarbeit war. Sollte bei diesem Vorgang, bei dem auf das Modell zuerst eine Gipsschicht von 2 cm Wandstärke aufgetragen wird, dann die Schale geöffnet, der Plastilin entfernt, die Schale wiederum geschlossen, ausgegossen und abgeschlagen wird, etwas schief geht, so sind 3 Wochen Arbeit dahin. Geschafft! Vor mir steht ein Gipsgardist.

Holzgardist

Vom Gipsmodell nahm ich den Umriss ab und übertrug ihn auf einen Lindenholzklotz von 25 cm Dicke. Solche „Flecklinge“ sind rar. Zum Glück hatte ich beim Lotharsturm mehrere dicke Lindenstämme mit der Kettensäge aufgesägt und zum Trocknen gelagert. Den stattlichen Holzklotz und das Gipsmodell spannte ich in eine Fräsmaschine, diese fertigte einen Rohling. Nun beginnt das Schnitzen mit den Schnitzmeisseln. Die Falten der Uniform und alle Details sind zu schnitzen, was wiederum über eine Woche Arbeit bedeutete.

 

Färbung

Zuletzt bemalte ich den geschnitzten Hellebardier mit wasserlöslichen Farben. Das Gesicht habe ich gebeizt und leicht gefärbt. So entstand ein Kontrast zur Uniform und der Gardist bekam eine lebendige Ausstrahlung.

 

Varianten

Auf Wunsch fertige ich den Hellebardier mit Helm oder Péret. Exgardisten können Ihre persönliche Hellebardennummer eingravieren lassen.